Symptomatiken
Diese Symptomatiken kennen Sie?
Definition
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird oft mit Kindern in Verbindung gebracht, doch auch viele Erwachsene sind betroffen. Bei ihnen zeigt sich ADHS häufig anders als in der Kindheit: weniger durch auffällige Hyperaktivität, sondern stärker durch innere Unruhe, Konzentrationsprobleme und Schwierigkeiten, den Alltag zu strukturieren.
Positive Eigenschaften
Neben den Schwierigkeiten bringt ADHS auch Stärken mit sich. Viele Betroffene sind besonders kreativ, haben eine hohe Spontaneität und Energie und können sich stark für Themen begeistern, die sie interessieren. Diese Fähigkeiten sind im Beruf und im Privatleben wertvoll – wenn sie erkannt und gezielt genutzt werden. Eine Therapie kann dabei helfen, diese Potenziale besser einzusetzen und die positiven Seiten von ADHS zu fördern.
Symptome
Menschen mit ADHS berichten, dass sie Aufgaben schwer beginnen oder zu Ende bringen können, selbst wenn diese wichtig sind. Termine werden vergessen, Unterlagen gehen verloren, und im Beruf fällt es schwer, bei längeren Besprechungen die Aufmerksamkeit zu halten. Manche Betroffene fühlen sich innerlich getrieben und wechseln schnell von einer Idee zur nächsten, während andere unter starker Vergesslichkeit oder Desorganisation leiden. Dies kann zu Konflikten im Arbeitsleben und in Beziehungen führen.
Ursachen
ADHS hat überwiegend neurobiologische Ursachen. Veränderungen in der Reizverarbeitung des Gehirns spielen eine entscheidende Rolle. Vererbung trägt wesentlich dazu bei, ob sich ADHS entwickelt. Gleichzeitig beeinflussen Umweltfaktoren – etwa Stress oder fehlende Struktur in Kindheit und Jugend – den Verlauf. Viele Erwachsene merken erst spät, dass ihre Schwierigkeiten seit der Kindheit bestehen und einen Namen haben.
Behandlung
ADHS im Erwachsenenalter ist gut behandelbar. In der Psychotherapie geht es darum, den Alltag besser zu strukturieren, Konzentration gezielt zu trainieren und impulsives Verhalten zu regulieren. Betroffene lernen Strategien, um Aufgaben planvoller anzugehen, Prioritäten zu setzen und mit Rückschlägen konstruktiv umzugehen.
Wirksam sind vor allem Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie, die individuell an die Lebenssituation angepasst werden. In manchen Fällen kann eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung sinnvoll sein. Ziel ist es, die eigenen Stärken zu nutzen, Selbstvertrauen aufzubauen und den Alltag stabiler zu gestalten.
Definition
Angststörungen sind psychische Erkrankungen, bei denen übermäßige, anhaltende oder wiederkehrende Angst auftritt, die nicht mehr im Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht. Die Angst kann sich auf bestimmte Situationen (z. B. Höhe, Tiere, Menschenmengen) beziehen oder auch ohne erkennbaren Anlass auftreten.
Typisch ist, dass die Angst starkes Leidensgefühl verursacht und das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigt.
Zu den wichtigsten Formen zählen:
- Generalisierte Angststörung (GAS)
dauerhafte, unspezifische Sorgen und Anspannung - Panikstörung / Panikattacken
plötzlich auftretende, heftige Angstanfälle mit körperlichen Symptomen - Soziale Phobie
Angst vor Bewertung oder Blamage in sozialen Situationen - Spezifische Phobien
Angst vor klar umgrenzten Objekten oder Situationen
Symptome
Körperlich
- Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche
- Atemnot, Engegefühl in der Brust
- Schwindel, Übelkeit, Hitze- oder Kälteschauer
- Muskelverspannungen und Schlafstörungen
Gedanklich / emotional
- Ständige Sorge oder Katastrophendenken
- Gefühl von Kontrollverlust oder drohendem Zusammenbruch
- Übermäßige Wachsamkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme
- Vermeidungsverhalten (z. B. Menschenmengen oder Reisen)
Ursachen
Angststörungen entstehen meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Biologische Faktoren
Überempfindliches Stress- oder Angstsystem im Gehirn (Amygdala, Serotonin-/Noradrenalin-Ungleichgewicht) - Psychologische Faktoren
Erlernte oder konditionierte Angstreaktionen, hohe Sensibilität oder Kontrollbedürfnis - Soziale und Umweltfaktoren
Dauerhafter Stress, Überforderung, Konflikte, traumatische Erlebnisse - Kognitive Faktoren
Verzerrte Wahrnehmung von Gefahr
Behandlung
Angststörungen sind gut behandelbar, meist durch eine Kombination aus Psychotherapie, Medikamenten und Selbsthilfestrategien
Definition
Eine Anpassungsstörung entsteht als Reaktion auf belastende Lebensereignisse oder tiefgreifende Veränderungen im Alltag. Dazu können zum Beispiel Trennungen, der Verlust eines nahestehenden Menschen, Konflikte am Arbeitsplatz oder der Übergang in eine neue Lebensphase gehören. Während viele Menschen auf solche Situationen mit vorübergehender Traurigkeit oder Stress reagieren, ist bei einer Anpassungsstörung die seelische Belastung so stark, dass sie die Bewältigung des Alltags erheblich erschwert.
Symptome
Betroffene berichten häufig über anhaltende Niedergeschlagenheit, Ängste oder das Gefühl, überfordert zu sein. Typisch sind auch Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder körperliche Anspannung. Im Alltag äußert sich das zum Beispiel darin, dass jemand nach dem Verlust des Arbeitsplatzes kaum noch Motivation findet, Bewerbungen zu schreiben, oder nach einer Trennung das soziale Umfeld meidet, obwohl er sich eigentlich nach Nähe sehnt.
Ursachen
Die Anpassungsstörung wird durch konkrete Auslöser hervorgerufen. Entscheidend ist jedoch nicht allein das Ereignis selbst, sondern auch, wie belastend es individuell erlebt wird. Faktoren wie frühere Erfahrungen, persönliche Resilienz und vorhandene Unterstützung im sozialen Umfeld spielen eine wichtige Rolle.
Behandlung
Anpassungsstörungen sind in der Regel zeitlich begrenzt und gut behandelbar. In der Psychotherapie geht es darum, die belastenden Gedanken und Gefühle zu verstehen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und die Lebenssituation Schritt für Schritt wieder zu stabilisieren.
Besonders hilfreich sind psychotherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie, die dabei unterstützt, den Blick auf Ressourcen zu lenken, negative Denkmuster zu durchbrechen und neue Lösungswege im Umgang mit Belastungen zu finden. Ziel ist es, die Krise zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen.
Definition
Depression und Traurigkeit werden häufig gleichgesetzt, obwohl es deutliche Unterschiede gibt. Traurigkeit ist eine normale Reaktion auf belastende Ereignisse und klingt in der Regel von selbst wieder ab. Eine Depression hingegen ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung, die deutlich länger andauert und das gesamte Leben stark beeinträchtigen kann.
- Betroffene können sich in der Regel nicht allein aus einer depressiven Episode lösen. Ohne professionelle Unterstützung besteht die Gefahr einer weiteren Verschlechterung.
- Auf dieser Seite erfahren Sie, was eine Depression ist, wie sie entstehen kann, welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und worauf im Alltag zu achten ist.
Symptome
Häufige Symptome sind:
- Anhaltende Niedergeschlagenheit
Eine dauerhaft gedrückte Stimmung, Traurigkeit oder Gefühllosigkeit über Wochen hinweg. - Interessen- und Freudverlust
Dinge, die früher Freude bereitet haben, erscheinen sinnlos oder gleichgültig. - Antriebslosigkeit und Erschöpfung
Kleine Aufgaben wirken bereits überfordernd und der Alltag fällt zunehmend schwer. - Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten
Gedanken kreisen, Aufmerksamkeit und Gedächtnis sind beeinträchtigt. - Schlaf- und Appetitveränderungen
Entweder Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis, Gewichtsveränderungen ohne bewusste Diät.
Ursachen
Ursachen für eine Depression können folgende sein:
- Biologische Faktoren
Ungleichgewichte im Gehirnstoffwechsel, insbesondere bei den Botenstoffen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin, können die Stimmung und den Antrieb beeinflussen. - Psychologische Faktoren
Bestimmte Denkmuster, wie übermäßige Selbstkritik, Grübeln oder ein geringes Selbstwertgefühl, erhöhen das Risiko, eine Depression zu entwickeln. - Soziale Faktoren
Belastende Lebensereignisse (z. B. Trennung, Verlust, Konflikte, Einsamkeit oder beruflicher Stress) können eine Depression auslösen oder aufrechterhalten. - Genetische und familiäre Einflüsse
Eine familiäre Häufung deutet darauf hin, dass erbliche Faktoren das Risiko erhöhen, insbesondere in Kombination mit belastenden Lebensumständen.
Behandlung
Unsere Ambulanz bietet das Verfahren Verhaltenstherapie an. Dieses wissenschaftlich fundierte Verfahren hat sich in der Behandlung von Depressionen als besonders wirksam erwiesen.
Definition
Essstörungen sind ernsthafte psychische Erkrankungen, bei denen das Essverhalten gestört ist und Gedanken um Gewicht, Figur und Nahrung übermäßig viel Raum einnehmen. Sie beeinträchtigen nicht nur die Ernährung, sondern auch die körperliche Gesundheit, das seelische Befinden und das soziale Leben.
Symptome
Zu den häufigsten Essstörungen zählen:
- Anorexia nervosa (Magersucht)
Menschen mit Magersucht streben ein stark untergewichtiges Körperbild an, oft durch drastische Nahrungsreduktion oder exzessives Kalorienzählen. - Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
Bei Bulimie kommt es zu wiederkehrenden Essanfällen, gefolgt von gegensteuernden Maßnahmen wie Erbrechen, übermäßigem Sport oder der Einnahme von Abführmitteln. - Binge-Eating-Störung
Betroffene erleben wiederkehrende Essanfälle, ohne anschließend kompensierende Maßnahmen zu ergreifen. Dies führt häufig zu Übergewicht und seelischer Belastung.
Ursachen
Die Entstehung von Essstörungen ist komplex. Einflussfaktoren sind unter anderem:
- gesellschaftliche Schönheitsideale und Leistungsdruck
- familiäre Konflikte oder belastende Erfahrungen
- niedriges Selbstwertgefühl, Perfektionismus
- genetische und biologische Einflüsse
- belastende Lebensereignisse wie Trennung oder Verlust
Behandlung
Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, können aber wirksam behandelt werden. Ziel der Therapie ist es, das Essverhalten zu stabilisieren, schädigende Muster zu durchbrechen und zugrunde liegende Konflikte zu bearbeiten.
Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich besonders bewährt. Sie unterstützt dabei:
- verzerrte Gedanken zu Gewicht und Figur zu hinterfragen
- gesunde Essgewohnheiten aufzubauen
- alternative Strategien im Umgang mit Stress oder negativen Gefühlen zu entwickeln
- das Selbstwertgefühl unabhängig vom Körpergewicht zu stärken
Je nach Schweregrad kann eine ambulante Therapie ausreichend sein. Bei starkem Untergewicht oder schweren Symptomen kann eine teilstationäre oder stationäre Behandlung notwendig werden.
Definition
Schlafstörungen gehören zu den häufigsten psychischen und körperlichen Beschwerden. Betroffene haben über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten, ausreichend und erholsam zu schlafen. Dabei kann es sowohl Probleme beim Einschlafen, beim Durchschlafen oder beim zu frühen Erwachen geben. Von einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung spricht man, wenn die Beschwerden regelmäßig auftreten und die Leistungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden im Alltag beeinträchtigen.
Symptome
Typische Anzeichen einer Schlafstörung sind:
- Einschlaf- oder Durchschlafprobleme
- frühes Erwachen ohne erneutes Einschlafen
- innere Unruhe oder Grübelgedanken im Bett
- Tagesmüdigkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsschwierigkeiten
- Gereiztheit oder Stimmungsschwankungen
Im Alltag äußert sich dies oft durch verminderte Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder im Studium, Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Stress.
Ursachen
Die Entstehung von Schlafstörungen ist vielschichtig. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen, zum Beispiel:
- psychische Belastungen wie Stress, Ängste oder Depressionen
- unregelmäßige Schlafgewohnheiten oder Schichtarbeit
- übermäßiger Konsum von Koffein, Nikotin oder Alkohol
- körperliche Erkrankungen oder chronische Schmerzen
- belastende Lebensereignisse wie Trennung, Trauer oder berufliche Überforderung
Schlafstörungen können kurzfristig auftreten, sich aber auch chronisch entwickeln, wenn die Betroffenen aus Angst vor schlechtem Schlaf ein angespanntes Verhältnis zum Schlafen entwickeln.
Behandlung
Schlafstörungen lassen sich wirksam behandeln. Wichtig ist zunächst eine sorgfältige Abklärung der Ursachen. Ziel der Therapie ist es, einen gesunden Schlafrhythmus wiederherzustellen und den Kreislauf aus Grübeln, Anspannung und schlechtem Schlaf zu durchbrechen.
Besonders wirksam ist die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I). Sie umfasst:
- die Analyse und Veränderung schlafstörender Gedanken und Gewohnheiten
- die Entwicklung eines gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus
- Entspannungsverfahren zur Förderung der Schlafqualität
- Strategien zum Abbau von Grübelgedanken und Anspannung am Abend
Mit dieser evidenzbasierten Behandlung können viele Betroffene ihre Schlafqualität deutlich verbessern und wieder mehr Energie und Lebensfreude im Alltag gewinnen.
Definition
Von einer Schmerzstörung spricht man, wenn Betroffene über längere Zeit unter Schmerzen leiden, für die keine ausreichende körperliche Ursache gefunden werden kann oder die deutlich stärker sind, als es medizinisch erklärbar wäre. Die Schmerzen sind real und mit erheblichem Leidensdruck verbunden, auch wenn sie nicht allein durch körperliche Erkrankungen erklärbar sind.
Symptome
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein – häufig treten Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen auf. Manche Betroffene berichten, dass sie sich kaum noch auf ihre Arbeit konzentrieren können, weil die Schmerzen sie permanent begleiten. Andere ziehen sich zunehmend aus dem sozialen Leben zurück, da Unternehmungen, die früher Freude bereitet haben, aufgrund der Schmerzen nicht mehr möglich erscheinen. Die ständige Belastung führt oft auch zu Erschöpfung, Schlafproblemen oder Stimmungsschwankungen.
Ursachen
Schmerzstörungen entstehen meist durch ein Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren. Stress, seelische Belastungen oder ungelöste Konflikte können die Schmerzwahrnehmung verstärken. Gleichzeitig führt die ständige Fokussierung auf die Beschwerden dazu, dass diese noch stärker empfunden werden. Auch negative Erfahrungen im Umgang mit Schmerz oder eine lange Krankheitsgeschichte können die Symptomatik verstärken.
Behandlung
Schmerzstörungen sind behandelbar, auch wenn die Schmerzen oft nicht vollständig verschwinden. In der Psychotherapie geht es darum, den Kreislauf aus Anspannung, Schmerzwahrnehmung und Vermeidungsverhalten zu durchbrechen. Betroffene lernen, den Schmerz besser zu verstehen, ihre Aufmerksamkeit zu steuern und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.
Besonders wirksam ist die kognitive Verhaltenstherapie, die dabei unterstützt, den Umgang mit Schmerzen aktiv zu verändern. Ergänzend können Entspannungsverfahren, Achtsamkeitstraining und eine enge Zusammenarbeit mit ärztlicher Behandlung hilfreich sein. Ziel ist es, den Alltag trotz der Beschwerden wieder selbstbestimmter und erfüllter gestalten zu können.
Definition
Somatoforme Störungen sind psychische Erkrankungen, bei denen körperliche Beschwerden im Vordergrund stehen, für die trotz gründlicher medizinischer Untersuchungen keine ausreichende körperliche Ursache gefunden werden kann. Typisch ist, dass Betroffene unter Schmerzen oder Funktionsstörungen leiden, die nicht allein durch körperliche Erkrankungen erklärbar sind.
Symptome
Die Beschwerden können vielfältig sein und betreffen oft unterschiedliche Organsysteme. Häufige Symptome sind:
- chronische Schmerzen (z. B. Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen)
- Magen-Darm-Beschwerden
- Herzrasen, Schwindel oder Atembeschwerden
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln
- ausgeprägte Müdigkeit oder Erschöpfung
Viele Betroffene suchen wiederholt Ärztinnen und Ärzte auf, ohne dass ein klarer Befund gestellt werden kann. Dies führt oft zu Frustration, Verunsicherung und erheblichen Einschränkungen im Alltag, etwa bei der Arbeit oder im Familienleben.
Ursachen
Die Entstehung somatoformer Störungen ist vielschichtig. Wichtige Faktoren sind:
- psychosoziale Belastungen oder ungelöste Konflikte
- eine erhöhte Aufmerksamkeit für Körpersignale
- biografische Erfahrungen, etwa das Erleben von Krankheit in der Familie
- Stress und Überforderung
Körper und Psyche stehen in enger Wechselwirkung: Belastungen verstärken die Wahrnehmung von Beschwerden, was zu mehr Anspannung und damit wiederum zu stärkeren Symptomen führen kann.
Behandlung
Somatoforme Störungen sind gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Die Behandlung nimmt die Beschwerden ernst, zeigt aber gleichzeitig neue Wege im Umgang mit ihnen auf.
Besonders wirksam ist die kognitive Verhaltenstherapie. In der Therapie lernen Betroffene, Körpersignale realistisch einzuschätzen, Sorgen und Vermeidungsverhalten abzubauen und wieder aktiver am Leben teilzunehmen. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern und den Alltag trotz der Beschwerden stabil zu gestalten.
Definition
Eine Traumafolgestörung oder PTBS entwickelt sich nach extrem belastenden oder traumatischen Ereignissen. Dazu zählen zum Beispiel Unfälle, Gewalterfahrungen oder Naturkatastrophen. Nicht jedes belastende Erlebnis führt zu einer PTBS – ausschlaggebend sind individuelle Faktoren wie die persönliche Belastbarkeit, die Unterstützung durch das soziale Umfeld sowie die Schwere des Ereignisses.
Symptome
Die Symptome einer Traumafolgestörung können vielfältig sein. Typisch sind:
- Wiedererleben (Intrusionen)
belastende Erinnerungen, Flashbacks oder Albträume - Vermeidung
Situationen, Orte oder Gespräche, die an das Trauma erinnern, werden gemieden
Anspannung und Übererregung
innere Unruhe, Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit
Verändertes Denken und Fühlen
Schuldgefühle, Entfremdungsgefühle, Hoffnungslosigkeit
Diese Beschwerden können den Alltag erheblich beeinträchtigen und zu einer starken seelischen Belastung führen.
Ursachen
Erleben oder Beobachten von Gewalt
- Körperliche oder sexuelle Gewalt, Missbrauch oder Vergewaltigung
- Kriegs-, Folter- oder Terrorerfahrungen
- Raubüberfälle, Gefangenschaft oder andere lebensbedrohliche Situationen
Schwere Unfälle oder Katastrophen
- Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle oder Naturkatastrophen
- Zeuge eines tödlichen oder schwer verletzenden Ereignisses
Unerwartete Verluste oder existenzielle Bedrohungen
- Plötzlicher Tod einer nahestehenden Person
- Lebensbedrohliche Erkrankungen oder Operationen
- Erlebnisse von Hilflosigkeit oder Ausgeliefertsein
Frühkindliche oder langanhaltende Belastungen
- Vernachlässigung, Misshandlung oder emotionaler Missbrauch
- Wiederholte traumatische Erfahrungen
Behandlung
Eine PTBS ist gut behandelbar. Ziel der Therapie ist es, das Trauma in einem geschützten Rahmen zu verarbeiten, die Symptome zu reduzieren und die Lebensqualität wiederherzustellen.
Der Behandlungsaufbau umfasst in der Regel drei Phasen:
- Stabilisierung
Aufbau von Sicherheit, Ressourcenstärkung, Erlernen von Strategien zur Emotionsregulation. - Traumabearbeitung
behutsame Konfrontation mit den belastenden Erinnerungen mithilfe spezieller Verfahren. - Integration
Verarbeitung des Erlebten, Rückkehr in den Alltag, Stärkung von Selbstwirksamkeit und Lebensperspektiven.
Definition
Zwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen und können das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Typisch sind wiederkehrende, aufdrängende Gedanken oder Handlungen, die Betroffene nur schwer kontrollieren können.
Symptome
Zwangsgedanken äußern sich als immer wiederkehrende Vorstellungen, Befürchtungen oder Impulse. Häufig drehen sie sich um:
- Sauberkeit und Ansteckung
- Ordnung und Symmetrie
- Sicherheit (z. B. Angst, etwas vergessen oder Schaden verursacht zu haben)
- moralische oder religiöse Bedenken
Zwangshandlungen sind Verhaltensweisen, die wiederholt ausgeführt werden, um die innere Anspannung durch Zwangsgedanken kurzfristig zu verringern. Beispiele sind:
- übermäßiges Händewaschen oder Putzen
- ständiges Kontrollieren (z. B. Türen, Herd, Lichtschalter)
- Zählen oder bestimmte Rituale
- wiederholtes Ordnen und Anordnen
Viele Betroffene wissen, dass ihre Zwänge übertrieben oder unbegründet sind, erleben jedoch eine große innere Not, wenn sie die Handlungen nicht ausführen. Dies kann zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, im sozialen Umfeld und im Berufsleben führen.
Ursachen
Die Entstehung von Zwangsstörungen ist komplex. Genetische und biologische Faktoren, belastende Erfahrungen oder ein erhöhtes Verantwortungsgefühl können dazu beitragen.
Behandlung
Wird eine Zwangsstörung frühzeitig erkannt und behandelt, bestehen sehr gute Chancen auf eine deutliche Besserung. Wissenschaftlich fundierte Psychotherapie – insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie mit Expositionsverfahren – hat sich dabei als besonders wirksam erwiesen.
Verhaltenstherapie
Unsere gewählte Erfolgsformel
Wir arbeiten nach dem Ansatz der Verhaltenstherapie, einem wissenschaftlich fundierten und wirksam erprobten Verfahren. Dabei gehen wir davon aus, dass belastende Denk- und Verhaltensmuster im Laufe des Lebens erlernt wurden – oft aus nachvollziehbaren Gründen. Manchmal werden diese Muster jedoch zum Hindernis und können seelisches Leiden verursachen.
In der Therapie unterstützen wir Sie dabei, neue Wege des Denkens und Handelns zu entdecken und schrittweise auszuprobieren. Offenheit, Zusammenarbeit und Ihre aktive Mitarbeit stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Sitzungen finden in der Regel einmal pro Woche für 50 Minuten statt und werden von Therapeutinnen und Therapeuten in Ausbildung unter fachlicher Supervision durchgeführt.
Gruppentherapie
Gemeinsam zum Ziel
In einer Gruppe erleben Betroffene, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht allein sind. Der Austausch untereinander erleichtert es, Veränderungen in den Alltag zu übertragen. Alle Gruppen werden von erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten angeleitet und finden in einem geschützten Rahmen statt.
Mögliche Themen unserer Gruppentherapien
- Depression bewältigen
- Umgang mit Angst
- Stress und Burnout vorbeugen
- Zwangsgedanken und Zwangshandlungen verstehen
Kosten
Welche Kosten sind zu erwarten?
Die Behandlungskosten werden in den meisten Fällen vollständig von Ihrer Krankenkasse übernommen.
Wir behandeln ausschließlich gesetzlich Versicherte.
Anmeldung
Von der Anmeldung zur Behandlung
Unsere Ambulanz ist Teil eines Aus- und Weiterbildungsinstitutes für Psychotherapie.
Bei uns werden Sie von Therapeutinnen und Therapeuten in Aus- und Weiterbildung betreut, die ihr Wissen engagiert in die Praxis umsetzen, stets unter fachkundiger Supervision. Da sich unsere Behandlungen an den Inhalten der Ausbildung orientieren, können wir nur bestimmte Störungsbilder behandeln.
Bei ihrer telefonischen Kontaktaufnahme nehmen wir eine erste Einschätzung vor, ob Ihr Anliegen bei uns gut aufgehoben ist. Wenn dies der Fall ist, bieten wir Ihnen ein Erstgespräch an. Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.
Erwachsene
Kinder & Jugendliche
In einem persönlichen 1:1-Gespräch klären wir gemeinsam, ob eine Psychotherapie in unserer Ambulanz für Sie hilfreich sein kann und ob die Verhaltenstherapie zu Ihnen passt. Wenn dies der Fall ist, folgen weitere Gespräche bei Ihrem Therapeuten oder Ihrer Therapeutin, in denen mittels Diagnostik die Indikation geprüft wird. Bei vorliegender Indikation wird anschließend der Antrag bei Ihrer Krankenkasse gestellt.
Sobald die Bewilligung vorliegt, beginnt ihre Behandlung. Wir möchten Ihnen dabei helfen,
- neue Perspektiven zu entwickeln
- Belastungen zu bewältigen
- mehr Lebensqualität zu gewinnen








